{"id":221,"date":"2022-12-10T00:37:56","date_gmt":"2022-12-09T23:37:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.s665648207.online.de\/wordpress\/?p=221"},"modified":"2023-07-19T00:39:16","modified_gmt":"2023-07-18T22:39:16","slug":"eine-beruehrende-geschichte-von-menschlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gsr-bamberg.de\/wordpress\/2022\/12\/10\/eine-beruehrende-geschichte-von-menschlichkeit\/","title":{"rendered":"Eine ber\u00fchrende Geschichte von Menschlichkeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-198 size-large\" src=\"http:\/\/www.s665648207.online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/eine-beruehrende-geschichte-von-menschlichkeit-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"735\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.gsr-bamberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/eine-beruehrende-geschichte-von-menschlichkeit-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.gsr-bamberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/eine-beruehrende-geschichte-von-menschlichkeit-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.gsr-bamberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/eine-beruehrende-geschichte-von-menschlichkeit-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.gsr-bamberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/eine-beruehrende-geschichte-von-menschlichkeit-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.gsr-bamberg.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/eine-beruehrende-geschichte-von-menschlichkeit.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 735px) 100vw, 735px\" \/><\/p>\n<p>Am 29. November war Roman Haller an unserer Schule zu Gast. Er berichtete unseren 10. Klassen in zwei Schulstunden im Musiksaal \u00fcber das Leben seiner Eltern, \u00fcber sein eigenes sowie seinen besonders schwierigen Start ins Leben. Im Anschluss daran gab es noch viele Fragen an seine Person, die er alle gerne und ausf\u00fchrlich beantwortete.<\/p>\n<p>Zu&nbsp;&nbsp; Beginn&nbsp;&nbsp; der&nbsp;&nbsp; zweist\u00fcndigen&nbsp;&nbsp; Unterhaltung&nbsp;&nbsp; stellte&nbsp;&nbsp; Roman&nbsp;&nbsp; Haller&nbsp;&nbsp; die&nbsp;&nbsp; Frage,&nbsp;&nbsp; was&nbsp;&nbsp; die Sch\u00fcler\/innen bislang \u00fcber das Judentum wissen, um mit ihnen ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend begann Roman Haller seine Erz\u00e4hlung mit den Worten: \u201eIch erz\u00e4hle euch \u00fcber mein Leben in einer unmenschlichen dunklen Zeit.\u201c Allein diese ersten Worte reichten, dass es einen ber\u00fchren w\u00fcrde, was diese Person zu berichten hatte.<\/p>\n<p>Roman Haller ist j\u00fcdischer Herkunft und im Jahre 1944 geboren. Dass es in dieser Zeit eben auch&nbsp;&nbsp; Menschlichkeit&nbsp;&nbsp; gab&nbsp;&nbsp; und&nbsp;&nbsp; Menschen,&nbsp;&nbsp; die&nbsp;&nbsp; Mut&nbsp;&nbsp; hatten,&nbsp;&nbsp; beweisen&nbsp;&nbsp; seine&nbsp;&nbsp; ersten Lebensmonate.<\/p>\n<p>In Ternopil, damals zu Polen geh\u00f6rend, heute in der Ukraine liegend, lebten seine Eltern. Viele j\u00fcdische Menschen wurden w\u00e4hrend des 2. Weltkriegs von dort ins Vernichtungslager&nbsp; gebracht. Seine Eltern lebten in dieser Stadt&nbsp; im Ghetto und hatten unglaubliches Gl\u00fcck: Sie geh\u00f6rten zu zw\u00f6lf Menschen, die ein deutscher Major namens Eduard R\u00fcgemer dort herausschmuggelte. Der Major und seine Ehefrau, die junge polnische Haush\u00e4lterin Irena Gut, hatten Mitgef\u00fchl mit den dort lebenden Menschen. Diese zw\u00f6lf Menschen wurden zun\u00e4chst einige Zeit im Keller des Hauses des Majors versteckt, was aber immer gef\u00e4hrlicher wurde, denn die Gefahr des Entdeckens nahm zu. Deshalb lie\u00df der Major die zw\u00f6lf Menschen mit einem LKW in den Wald bringen. Dort gab es einen Bunker, in dem sie sich nun weiter verstecken sollten. Es war schwierig, denn es war sehr beengt und noch dazu war die Mutter von Roman Haller zu diesem Zeitpunkt bereits hochschwanger. Es sollte nicht mehr lange dauern, bis die Geburt anstand. Und dies sollte nun im Bunker geschehen.<\/p>\n<p>Aber wie sollte das funktionieren? Ein Baby, das weint, das w\u00fcrde man leicht h\u00f6ren k\u00f6nnen.&nbsp; So gab es eine Abstimmung \u00fcber das Leben von Roman Haller. Sollte das Kind nach der Geburt erstickt werden, damit es die anderen durch Geschrei nicht verriet und sie eine Chance haben zu \u00fcberleben? Die Abstimmung fiel eindeutig aus: Alle entschieden sich f\u00fcr das Leben von Roman. Entweder sollten alle \u00fcberleben oder alle gemeinsam sterben. So r\u00fcckte der Tag der Geburt immer n\u00e4her. Es gab keinen Arzt, aber es wurde ein F\u00f6rster geholt, der helfen sollte. Das Geburtsdatum von Roman Haller liegt zwischen dem 7.und 10. Mai 1944. Genau l\u00e4sst es sich nicht feststellen, da es dort im Bunker keinen Kalender gab.<\/p>\n<p>Die ersten Lebensmonate verbrachte Roman Haller nun in dem Bunker, immer wieder wurde ihm der Mund zugehalten, wenn er zu laut schrie. Aber schlie\u00dflich kam es 1944 zur Befreiung durch die Sowjetarmee und die Menschen im Bunker konnten wieder ein Leben in Freiheit angehen. Anschlie\u00dfend erz\u00e4hlte Roman Haller noch von seinen Jahren als kleiner Junge in M\u00fcnchen, die sp\u00e4teren Treffen mit dem Major, den er als Opa bezeichnete, bis zu seinem Leben als Erwachsener.<\/p>\n<p>Nach der ber\u00fchrenden Lebensgeschichte stellten die Sch\u00fcler noch viele interessierte Fragen. Wir bedanken uns herzlich bei der Willy-Aaron-Gesellschaft, die diese Begegnung m\u00f6glich machte.<\/p>\n<p>Organisation: Andrea Welscher<br \/>\nArtikel: Caroline Luther<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29. November war Roman Haller an unserer Schule zu Gast. Er berichtete unseren 10. 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